„Wir konstruieren mechanische Komponenten, entwickeln elektrische Schaltungen und programmieren Steuerungen.“
Die Mechatronik kombiniert die Grundlagen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik zu einer eigenständigen Fachrichtung. Ergänzt wird die Ausbildung um die Grundkenntnisse der Informationstechnologie, um den Anforderungen der Industrie 4.0 und der damit verbundenen Digitalisierung und der Vernetzung (IoT – Internet der Dinge) gerecht zu werden.
Aufgrund des interdisziplinären Ansatzes der Mechatronik können elektrische, elektronische und mechanische Funktionen in einem Bauteil vereint werden. Einerseits werden dadurch neue Funktionalitäten möglich, andererseits werden Bauteile kompakter und kostengünstiger. Anwendungsbeispiele waren anfangs der CD-Player und Industrieroboter. Heute prägt eine Vielzahl mechatronischer Komponenten der Industrie unser Leben.
Da gegenwärtig bei den meisten Maschinen und Anlagen sowohl mechanische und elektrische Komponenten als auch Steuerungen verbaut sind, werden auch in der Anlagentechnik zunehmend Generalisten benötigt, welche den Überblick über die Gesamtanlage bewahren und universell einsetzbar sind.
Im Rahmen der Produktentwicklung planen, berechnen und simulieren Mechatronikerinnnen und Mechatroniker sowohl elektrische Schaltungen als auch mechanische Komponenten. Darüber hinaus programmieren sie Steuerungen.
Die Technikerinnen und Techniker entwickeln jedoch nicht nur neue Produkte. Aufgrund der breiten Ausbildung unterstützen bzw. leiten sie auch die Montage, die Inbetriebnahme und das Kundenservice.
Der Aufbaulehrgang wird als 2,5-jährige und das Kolleg wird als 2-jährige Ausbildung in Tagesform geführt. Die Ausbildung schließt mit HTL-Reife- und/oder HTL-Diplomprüfung ab.
Mechanik und Elemente des Maschinenbaus
Die Studierenden behandeln die Bereiche Statik, Festigkeitslehre, Bewegungslehre und Hydromechanik und lernen mechanische Größen wie Kraft, Moment, Druck, Geschwindigkeit und Beschleunigung zu ermitteln. Somit können sie Aussagen betreffend Verformung, Versagen, Energie- und Leistungsbedarf treffen.
Ebenso beschäftigen sich die Studierenden mit den Elemente des Maschinenbaus wie Verbindungselementen, Federn, Achsen, Wellen, Kupplungen, Lagerungen, Führungen, Antriebssystemen und Getrieben sowie pneumatische und hydraulische Komponenten.
Elektrotechnik und Elektronik
Die Studierenden lernen die Berechnung und die Planung elektrischer Schaltungen sowie die Auswahl elektrischer Maschinen und die Parametrisierung der zugehörigen Leistungselektronik.
Ebenso lernen sie die Vielfalt der elektronischen Bauelemente kennen, wählen die Bausteine der elektronischen Signalverarbeitung aus und dimensionieren Schaltungen.
Mechatronische Systeme und Automatisierung
Die Studierenden lernen für die Aufgaben der Automatisierungstechnik geeignete Sensoren auszuwählen, analoge und digitale Signale zu verarbeiten sowie pneumatische, hydraulische und elektrische Steuerungen zu planen und zu realisieren.
Ebenso erlernen sie die Entwicklung von Regelungskonzepten und die Optimierung von Regelungskreisen.
Fertigungs- und Betriebstechnik
Die Studierenden lernen die Vielfalt der Werkstoffe kennen und erhalten einen Überblick über die gängigsten Fertigungsverfahren und Methoden der Qualitätskontrolle.
Ebenso kalkulieren sie mechatronische Projekte und stellen Investitionsrechnungen an.
Fachspezifische Informationstechnik
Die Studierenden erstellen Datenbanken und wenden die Methoden der strukturierten und der objektorientieren Programmierung an.
Ebenso lernen sie Automatisierungssysteme zu programmieren und Netzwerkkomponenten in Betrieb zu nehmen.
Konstruktion und Projektmanagement
Die Studierenden entwickeln am Computer mechanische Komponenten und elektrische Schaltungen und erstellen normkonforme Fertigungspläne, Montagepläne und elektrische Schaltpläne.
Die Ideenfindung, die Auswahl der Werkstoffe, die Dimensionierung der Komponenten und die Kalkulation der Kosten fließen in den Konstruktionsprozess mit ein.
Laboratorium
Die Studierenden führen Versuche, Inbetriebnahmen und Messungen selbstständig durch. Die erworbenen Kenntnisse des Theorieunterrichts werden somit anschaulich in die Praxis umgesetzt. Die Messdaten werden mit den Berechnungsergebnissen und Simulationen verglichen.
Mechatronikerinnen und Mechatroniker sind nicht nur für die Entwicklung mechatronischer Bauteile bestens ausgebildet. Die interdisziplinäre Anwendungskompetenz macht sie im Maschinen- und Anlagenbau aufgrund der Automatisierung und der Digitalisierung zu gefragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
So schaffen sie es, in der Konstruktion und der Projektleitung sowohl mechanische als auch elektrische und informationstechnologische Kundenanfragen zu bearbeiten und bei Inbetriebnahmen und Wartungsarbeiten Störungen zu beheben.
Branchen
» Metall- und Maschinenbauindustrie
» Anlagen- und Apparatebau
» Fahrzeugindustrie
» Energiewirtschaft
» Elektro- und Elektronikindustrie
» Industrielle Automatisierung
Tätigkeiten
» Entwicklung und Konstruktion
» Projektabwicklung
» Kundenberatung
» Inbetriebnahme
» Technischer Einkauf
» Technischer Vertrieb
Informationen zum Downloaden
Stundentafeln
Die Stundentafeln laut aktuellem Lehrplan:
Kolleg und Aufbaulehrgang für Mechatronik Studienbeginn ab 2019/20 (pdf-Datei - 0,1 MB)
Ältere Stundentafeln:
Kolleg und Aufbaulehrgang für Mechatronik Studienbeginn von 2016/17 bis 2018/19 (pdf-Datei - 0,1 MB)
Studienbeginn vor dem Schuljahr 2016/17
Bedingt durch schulautonome bzw. gesetzliche Änderungen erfolgen immer wieder Anpassungen der Stundentafeln an die aktuellen Entwicklungen. Sollten Sie ältere Stundentafeln benötigen (z.B. als Ausbildungsnachweis, etc.) so nehmen Sie bitte mit Abteilungsvorstand DI Tober Kontakt auf.
Anmeldeformular
Das Anmeldeformular für das Kolleg bzw. den Aufbaulehrgang Mechatronik zum Download