HTL siegt beim Landeswettbewerb
Das Team Martin Weinkopf und Stefan Berghuber (Abt. Elektronik - Technische
Informatik) erreichte mit ihrem Projekt „Seismograph mit Internetschnittstelle“
beim Cyberschool Wettbewerb am 02.05.2006 (Wien, NÖ, Burgenland) den 1.
Platz
Eigentlich sollte sich das Projekt mit Verfahren zur hochgenauen Wegmessung beschäftigen, aber angeregt durch die Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 in Südostasien gab der Projektbetreuer den Startschuss zum Bau eines Seismographen, dessen Daten im Internet veröffentlicht werden sollen.
Nach wochenlangen Recherchen im Internet und in diversen Büchern, entschied sich das Projektteam für den Bau eines Shackleford-Gundersen-Seismographen. Wie bei vielen Seismographen, beruht auch bei diesem Modell die Erfassung der Bodenbewegung auf der Trägheit einer freischwingenden Masse. Die freischwingende Masse ist in diesem Fall ein Horizontalpendel, an dessen Ende sich der Sensor befindet. Die Aufhängung des Pendels wurde mit einer Spitzenlagerung realisiert, die eine minimale Reibung des Pendels gewährleistet.
Die Signalerfassung- und Verarbeitung erfolgte bei diesen Modellen bisher meistens analog. Das Neuartige an diesem Gerät ist, dass ein Chip die Pendel- bzw. Bodenbewegung sofort in digitale Werte umwandelt. Außerdem kann durch diese Art der Messwerterfassung die Pendel-Dämpfung als digitaler Regler ausgeführt werden, die bei den klassischen Seismografen üblicherweise analog erfolgt.
Nachdem die digitalisierte Bodenbewegung von einem Mikrocontrollersystem erfasst wurde, können die Daten an einem PC weiterverarbeitet werden. Das selbst erstellte Programm auf dem PC archiviert die Daten in ein international bekanntes Format, das von einem für (Hobby-)Seismologen bekanntem Programm, WinQUAKE, ausgewertet werden kann. Diese so genannten PSN-Dateien werden auf der Webseite ebenfalls zur Verfügung gestellt.
Neben der Archivierung werden die Bodenbewegungen in Form eines Seismogramms visualisiert. Dieses Seismogramm wird auf einer Webseite (www3.htl-hl.ac.at/homepage/IP_SEISMO) ständig aktualisiert, sodass immer die aktuellen Bodenbewegungen abgerufen werden können. Auch Erschütterungen bzw. Erdbeben, die vom PC detektiert wurden, werden auf der Webseite angeboten.
Der fertig gestellte Seismograph wurde bereits im Februar 2006 am Fundament der HTL Hollabrunn montiert.
Insgesamt
wurden rund 1300 Stunden für die Realisierung des sehr aufwendigen Projekts
investiert. Es forderte ein breit gefächertes Wissen in verschiedensten
Bereichen der Technik und Wissenschaft. Doch die anstrengende Arbeit hat sich
bezahlt gemacht, da schon einige Erdbeben aus den verschiedensten Teilen der
Welt registriert wurden (z.B. Sibirien, Iran). Auch das Erdbeben von den Tonga-Inseln
Anfang Mai, auf das man weltweit mit einer Tsunami-Warnung reagierte, hinterließ
bei den aufgenommenen Seismogrammen seine Spuren.
| Startseite - News - Kontakt - Seitenanfang - Fenster schließen | ||
| © 2006 HTBL Hollabrunn, Alle Rechte vorbehalten | ||