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16.03.2016

Tribologie- Forschung jetzt auch an der HTL- Hollabrunn

Am 09. März 1966 wurde der "Jost-Report" im Britischen Parlament offiziell vorgestellt. Dieses Datum gilt als Geburtstag des Begriffes Tribologie.Genau 50 Jahre später feierte das österreichische Tribologiezentrum AC²T diesen Anlass und lud im Rahmen des Wettbewerbs "Science Fair Niederösterreich" die 3. Klassen der HTL Hollabrunn, Abteilung Maschinenbau, zu einer Exkursion ein.

Die Tribologie ist die Wissenschaft von aufeinander unter Kraft einwirkenden Oberflächen in Relativbewegung, kurz gesagt von Reibung und Verschleiß.

Ohne Reibung an den Fußsohlen könnten Lebewesen nicht gehen und Fahrzeuge nicht fahren. Reibung verursacht anderseits aber auch große Kraftanstrengung, um Gegenstände zu verschieben,und bewirkt unerwünschten Verschleiß. Vor mehr als 5000 Jahren hat die Menschheit bereits versucht, Reibung durch Schmierung zu reduzieren, dennoch ist es uns bis dato immer noch nicht gelungen, die Gesetze von Reibung und Verschleiß unter allen Einflüssen lückenlos zu erforschen. Und somit gibt es immer noch ein enorm hohes Potenzial, durch Optimierung von Werkstoffen und Schmiermitteln den Verschleiß von Maschinen zu reduzieren und deren Standzeiten zu erhöhen.

Die Forscherinnen und Forscher des österreichischen Tribologiezentrums in Wiener Neustadt zeigten den Schülerinnen und Schülern, dass sie auf dem besten Weg sind, dieses Potenzial zu nutzen: Es wurden zahlreiche Messgeräte, sogenannte Tribometer, vorgestellt, welche unter den verschiedensten Bedingungen, wie z.B. Hitze, Kälte oder Vakuum, die Reibung messen können. Bemerkenswert war zu erfahren, dass sich Reibung im Weltall ganz anders verhalten kann als auf der Erde und dass beispielsweise gängige Schraubenwerkstoffe nicht zwangsläufig auch für Satelliten geeignet sind. Es war aber auch beeindruckend zu sehen, welche Vielfalt von Aufgaben moderne Schmierstoffe übernehmen und wie in Labors deren Eignung für den langjährigen Einsatz in wenigen Wochen beurteilt werden kann.Besonders beeindruckend war die Tatsache, dass man über die Möglichkeit verfügt, Schmierung, Reibung und auch Verschleiß mittels Computerprogramm zu simulieren und dass Verschleiß im Nanobereich gemessen werden kann.

Um auch in der HTL Hollabrunn im Rahmen von Diplomarbeiten an diesem Thema weiter zu forschen, wurde den Lehrern am Ende der Exkursion eine Leihgabe eines Tribometers übergeben. Dieses soll um eine Sensorik und eine Steuerung erweitert werden, um die Reibung und den Verschleiß von Gleitlagern exakt und effizient beurteilen zu können. Weiters erhielten die Schülerinnen und Schüler den Forschungsauftrag, ein "Hosentaschentribometer" zu entwickeln. Mit diesem kleinen, rein mechanischen Gerät soll es möglich sein, die Reibung von Werkstoffen rasch und anschaulich zu beurteilen.

Es wird sich weisen, ob die Schülerinnen und Schüler der HTL Hollabrunn neue Erkenntnisse in der Messung von Reibung erzielen. Eines ist aber auf alle Fälle erreicht: Das Interesse der Hollabrunner Maschinenbauerinnen und Maschinenbauer für Tribologie wurde geweckt.

Weitere Infos zum österreichischen Tribologiezentrum AC²T und zum Thema Tribologie finden Sie unter www.ac2t.at