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25.06.2015

Abfallwirtschaft braucht Experten: Die HTL Hollabrunn bildet sie aus

Der 4. Jahrgang der Fachrichtung Maschinenbau mit dem Ausbildungsschwerpunkt Umwelt- und Verfahrenstechnik konnte auch heuer wieder sein spezielles Abfall-Know-how mit besonderen Leistungen bei der extern zertifizierten Abfallbeauftragtenprüfung unter Beweis stellen.

Die Prüfung wurde von Herrn Univ.-Lektor MR DI Dr. Widerstein (Lebensministerium) im Bereich Abfallrecht und Herrn DI Dr. Kanzian (Fa. KEC) im Bereich Abfalltechnik durchgeführt. Die erfolgte Qualifikation zum Abfallbeauftragten wird durch ein Zeugnis bestätigt. Mit dem Abschluss der Ausbildung sind die Schüler daher berechtigt, die Tätigkeit als Abfallbeauftragter gem. AWG 2002 auszuüben.

In der Wirtschaft werden auf Grund der rechtlichen Anforderungen des Abfallwirtschaftsgesetzes profund ausgebildete Abfallwirtschaftsbeauftragte benötigt, die neben ihrer eigentlichen Tätigkeit die Funktion eines Abfall- und Umweltkoordinators funktionell erfüllen. Bei mittelständischen und größeren Unternehmen fällt diese Aufgabe in der Praxis oft dem Produktionsleiter, dem Prokuristen oder dem zentralen Betriebsbeauftragten zu, der zusehends über eine akademische Ausbildung verfügt bzw. von dem seitens der Wirtschaft oft eine akademische Ausbildung verlangt wird. Eine entsprechende Ausbildung auf hohem Niveau bedeutet für die betriebliche Abfallwirtschaft nicht nur eine fachliche Qualitätsverbesserung, sondern führt auch zu einer zunehmenden Rechtssicherheit im Bereich des Umweltgesetzes und der diesbezüglichen Umweltverordnungen.

Rechtliche Grundlage:
Jedes österreichische Unternehmen mit mehr als 100 ArbeitnehmerInnen ist gem. §11, Abs.1 des Abfallwirtschaftsgesetzes 2002 verpflichtet, eine/n fachlich qualifizierte/n Abfallbeauftragte/n sowie eine/n  StellvertreterIn  zu bestellen und der zuständigen Verwaltungsbehörde zu melden.

Grober Überblick der Stoffgebiete:

  • Aufgaben und Pflichten des Abfallbeauftragten
  • Rechtliche Anforderungen im Bereich Abfallwirtschaft
  • Nutzen der Trennung und Verwertung betrieblicher Abfälle
  • Gefahrstoffe und der Umgang mit gefährlichen Abfällen
  • Die Praxis der betrieblichen Abfallwirtschaft

Diese Inhalte wurden im Rahmen des Unterrichtes (Dr. Andreas Franz ; Ing. Leopold Mayer, MBA) und in Form von Zusatzseminaren (Dipl.-Ing. Röder ? Fa. KEC) vermittelt.

Abgesehen von dieser Zusatzqualifikation ist es wichtig, jungen Leuten die Bedeutung und Gefahr des immer größer werdenden Abfallvolumens bewusst zu machen und vielleicht so Multiplikatoren in der Gesellschaft zu haben, die ihr Wissen auch dazu nutzen, Menschen in ihrem Umfeld für diese Thematik zu sensibilisieren.